(Coracesium-Kolonoros-Alaiye)
Die Geschichte unseres Kreises Alanya reicht bis in die hohe Altsteinzeit zurück. Die Menschenskelette und Fossilien, die während der Forschungsarbeiten gefunden wurden, die im Jahre 1957 durch Prof. Dr. Kilic Kökten in der Höhle namens Kadiini Magarasi gefunden wurden, die eine Grenze zwischen dem in nordöstlicher Richtung des Kreiszentrums liegenden, Bademagaci Köyü genannten Dorfes und dem Oba Köyü genannten Dorf darstellt, bestätigen das. Unsere Provinz Alanya, die Erbin solch einer unendlich reichen Geschichte ist, zählte hinsichtlich ihrer Lage manchmal zu Kilikien und manchmal zu Pamphylien. Der Geschichtsvater Herodot schrieb über diese Region folgendes: Es ist bekannt, dass die Leute, die hier leben, von verschiedenen hiesigen Stämmen bewirtet wurden, als sie nach dem Trojanischen Krieg (1820 v.Chr.) herkamen uns sich hier niederließen. Wie aus diesem Satz hervorgeht, kamen die Hethiter in der ersten Hälfte des XIV. Jhr. v. Chr. bis in diese Region, töteten ca. 6.000 Menschen und eroberten Kilikien und Pamphylien. Der Begriff Pamphyilia setzt sich zusammen aus Pam = viel und phyle = Stamm
In unserem Kreis sind die Erdböden ergiebig, die Wälder dicht und reichen bis zur Küste, und die Taurusberge, die einen schwer überbrückbaren Damm zur Küste hin darstellen, haben steile Hänge. Und all diese Besonderheiten zogen die Aufmerksamkeit von jedem, der hier vorbeizog, auf sich, und es war nicht selten, dass sie sich dann entschlossen, sich hier niederzulassen. Heute ist es ja auch so, oder? Ich glaube, in einigen Jahren werden wir die einheimischen Bewohner nur noch finden können, wenn wir nach ihnen suchen!
Obwohl zwischen den Jahren 224-188 v.Chr. ganz Kilikien durch Antiochus den Großen erobert wurde, konnte Corecesium seine Freiheit aufgrund der Schwierigkeit seiner Belagerung und Eroberung wahren. Als Corecesium es dann sogar so weit führte, dem Königreich von Syrien hartnäckigen Widerstand entgegenzusetzen, stachen die Bewohner in See und wurden zu Piraten, was ein leichter Ertragsweg war. Während Coracesium in diesem Zeitraum seine Freiheit wahrte, stand es unter dem Einfluss der griechischen Zivilisation. Die in dem Kirchengebiet in Syedra in großer Anzahl befindlichen Phallusse und Tränenschalen beweisen diesen Gedanken. Coracesium wurde zu einem Ort, der sich in der Hand eines Piratenkapitäns namens Tryphon befand und jedermann in seiner Umgebung in Angst versetzte. Um sich noch weiter zu stärken, ließ dieser Piratenkapitän sogar von dem Ort, an dem sich der jetzige arabische Heiliger befindet bis hin zu Ehmedek eine breite Mauer aus großen Steinen ohne Mörtel errichten. Dieser vor nichts zurückschreckende Piratenkapitän nutzte diese natürliche Höhle, die wir Kizlar Yarigi (Mädchenspalte) oder Korsanlar Magarasi (Piratenhöhle) nennen, als Lager für seine Beute. Es wird auch überliefert, dass er den Abschnitt zwischen der jetzigen Tropfsteinhöhle und dem Rathaus aufspalten und die Burg von Alanya – Coracesium – zu einer Insel umbauen ließ. Zu der Zeit hatten die Piraten den Mut so weit zu gehen, bis zur Küstenlinie des damals sehr starken Römischen Reiches vorzudringen, von den Reichen Lösegeld zu erpressen, die Töchter berühmter Persönlichkeiten zu entführen und die Menschen im Umfeld zur regelmäßigen Tributzahlung zu verpflichten. Aus diesem Grunde wagte es niemand, ins Mittelmeer zu stechen, was dazu führte, dass diese römische Stadt unter Lebensmittelmangel litt. Mit dem Gedanken, die Bewohner aus dieser Not zu befreien, erklärte Antiochus im Jahre 1939 v. Chr. den Krieg gegen die Piraten, in dem dieser vor nichts zurückschreckender Piratenkapitän getötet wurde. Als die Piraten, die mit der Zeit wieder stärker wurden, begannen, Schrecken im Gebiet zu verbreiten, beauftragte das Römische Reich Antonius und erteilte ihm viele Befugnisse, um diesmal bestimmt Erfolg zu erlangen. (103 v.Chr.) Obwohl Antonius die Grenzen des Römischen Reiches weiter erweiterte, setzten die Piraten, die versuchten, ihre ehemalige Kraft wieder zu erlangen, es fort, viele Städte und Städtchen entlang der Küstenlinie auszuplündern. Die Piraten führten es noch weiter und entführten die Tochter des Antonius, was die Römer aufs Höchste erbitterte. Das Römische Reich, das der festen Meinung war, dass dem Plündern, der Erpressung von Lösegeldern und Mädchenentführungen unbedingt ein Ende bereitet werden muss, beauftragte diesmal einen der stärksten Kommandanten des Heeres, und zwar Pompeus. Mit unerbittlichen Angriffen vom Lande und vom Meer aus setzte dieser Kommandant den Piraten, die jahrelang die Bewohner am Mittelmeer in Angst versetzt hatten, so ein Ende, dass sie es nicht mehr schafften, ihre Stärke wieder zu gewinnen.
Die Römer, die diese Regionen im wahrsten Sinne des Wortes beherrschten, stellten Kilikien nach dem Tode von Cäsar unter die Leitung von Antonius. Die ägyptische Königin Cleopatra, die mit ihrer Schönheit weltweiten Ruhm genoss, ging in der derzeitigen Periode auf Mittelmeer - Tournee und begegnete dabei Antonius. Sie verliebten sich ineinander und heirateten. Antonius schenkte Cleopatra Coracesium (Alanya) als Heiratsgeschenk.
Es ist bekannt, dass Kleopatra damals die bis zur Küstenlinie reichenden Zeder- und Nadelbäume fällen und nach Ägypten transportieren ließ, um sie bei dem Schiffsbau für ihre Flotte zu benutzen. Oktavius, der Konkurrent in Rom, der eifersüchtig auf das Leben von Kleopatra und Antonius war, erklärte ihnen den Krieg. Zu dieser Zeit befanden sich Kleopatra und Antonius in Griechenland. Die beiden Verliebten, die dort einem großen Angriff durch Oktavius ausgesetzt wurden, flohen bis vor Alexandrien. Zuerst beging Antonius, der sah, dass sie gefangen werden würden, Selbstmord, und dann Kleopatra. Alle Regionen, die während der Bereinigung der Piraten durch Pompeius niedergebrannt und zerstört worden waren, wurden durch die Römer erneut erbaut. Die besten Beispiele dafür sind die Kirchen in der Zitadelle und auf dem Vorgebirge Cilvarda sowie die Kirchen in Asarlik in der Nähe des Städtchens Mahmutlar und dem Dorf Kargicak.
Coracesium (Alanya), das nach der erneuten Erbauung durch die Römer seine Bedeutung bis zum VII. Jhr. n. Chr. wahrte, gewann noch mehr an Bedeutung, als die Araber in dem genannten Jahrhundert mit ihren Angriffen begannen. In der Byzantinischen Epoche erhielt es den Namen Kolonoros, der die Bedeutung schöner Berg hat. Es wird gesagt, dass der ehemalige Name Coracesium “Blauracke” bedeutet und die Bewohner in dieser Region “Blauracker” genannt wurden. Die Blauracke ist eine Vogelart die früher in Alanya oft gesehen wurde. Wenn auch nur selten ist es möglich, diesen Vogel, der vielfarbig und sehr schön ist, in den Regionen Camyolu und Mahmutlar zu sehen.